Was ist ein Terminal Server?

Von Marcel Stäheli, 17.12.19   
Kategorie: [Technik]

Ein Terminal Server (TS) ist ein leistungsfähiger Server, auf dem Daten und Programme gespeichert, verarbeitet und ausgeführt werden. Über Endgeräte, sogenannte Clients, können mehrere Benutzer gleichzeitig auf dem Server arbeiten. Früher wurden die Clients häufig Terminals genannt, daher der Name Terminal Server.

Für jeden Benutzer der sich auf den TS verbindet, wird eine eigene Sitzung eröffnet. Der Terminal Server übernimmt die gesamte Datenverarbeitung, die Clients zeigen lediglich ein Bild des Programms auf dem Server. Ein Client ist also nur ein Ein- und Ausgabegerät, mit dem der Benutzer auf einem fernen Server arbeiten kann.

Die Office-Anwendung läuft auf dem Terminal Server. Der TS sendet das Bild an den Client. Dieser sendet dann seine Maus- und Tastaturbefehle an den TS, welcher das Bild wieder aktualisiert. Der Client dient nur als Ein- und Ausgabegerät.

 

Als Client kann heutzutage fast jeder Computer verwendet werden, selbst ein Smartphone oder Tablet. Voraussetzung ist, dass die notwenige Client-Software mit der man sich auf den Terminal Server verbinden kann, für das Gerät erhältich ist (z.B. Remote Desktop App).

Ein Benutzer arbeitet völlig unbeeinflusst von anderen Anwendern. Er bekommt nicht mit, wenn jemand parallel auf dem Terminal Server arbeitet.

Für jeden Benutzer der sich mit dem Terminal Server verbindet, wird eine eigene Sitzung gestartet. Das gleiche Programm kann mehrmals von verschiedenen Benutzern verwendet werden. Ein Benutzer hat aber nur Zugriff auf die ihm freigegebenen Programme.

Begriffserklärungen

RDP-Verbindung

RDP steht für «Remote Desktop Protocol». Es ist das Standardprotokoll von Microsoft, mit dem man sich von einem Gerät über ein Netzwerk auf ein anderes Gerät verbinden kann. Z.B. von einem Client, wie dem Notebook, auf einen Terminal Server.

Thin Clients

Da der Terminal Server die ganze Rechenlast übernimmt und auch alles dort gespeichert ist, können die Clients sehr simpel aufgebaut und damit kostengünstig sein. Bei besonders einfachen Geräten spricht man von Thin Clients (dünne Clients). Sie besitzen nur so viel Hardware, dass Sie die Bilddaten vom Terminal Server auf dem Bildschirm darstellen können. Weder ihr Speicherplatz noch ihre Rechenleistung reichen aus, um lokal ein Programm auszuführen. Sie sind auf den Terminal Server angewiesen um zu funktionieren.

Server- und Client-Software

Da alle Clients auf den Terminal Server zugreifen, muss ein Programm nur 1-mal pro Terminal Server installiert werden. Jeder Benutzer arbeitet, dann mit seiner Instanz des Programms. Voraussetzung ist, dass das Programm kompatibel, also Terminal-Server-fähig ist.

Als Client kann jedes Gerät dienen, auf dem die notwendige Terminal-Server-Client-Software läuft. Auf Windows-Geräten ist die Funktionalität standardmässig integriert. Damit man auch mit einem Apple- oder Android-Gerät auf einen Windows Terminal Server verbinden kann, muss ein entsprechendes Programm/App installiert werden.

Verbindungsqualität

Um auf einem Terminal Server arbeiten zu können, benötigen Sie eine stabile Verbindung. Die stabilste Verbindung haben Sie, wenn sich der Terminal Server im selben Netzwerk befindet wie Sie.

Wenn Sie von extern arbeiten, benötigen sie eine Internetverbindung. Je schneller und stabiler diese Leitung ist, desto einfacher arbeiten Sie. Wenn Sie unterwegs sind, z.B. im Zug, kann es sein, dass Sie immer wieder die Verbindung zum Terminal Server verlieren. Eine schlechte Verbindung fühlt sich an, wie wenn Sie an einem langsamen Rechner arbeiten.

Bei Anmeldeproblemen liegt meistens ein Verbindungsproblem auf Seiten des Clients vor.

Die Qualität der Verbindung zum Terminal Server entscheidet darüber, wie gut Sie arbeiten können. Je direkter die Verbindung, desto stabiler. Eine Funkverbindung aus dem Zug kann ungenügend sein.

Vorteile/Nachteile

Ein Terminal-Server ist besonders in Umgebungen von Vorteil, wo alle Benutzer dieselben Programme verwenden. Jedem Benutzer stehen sie jederzeit und von überall zur Verfügung. Alles, was benötigt wird, ist eine Internetverbindung. Besonders bei Firmen mit vielen Standorten ist damit alles zentral steuerbar.

Da nur die Bildschirminhalte übertragen werden, gibt es in der Regel Probleme bei grafikintensiven Anwendungen. Diese sollten auf lokalen Computern betrieben werden. Sollte es Programme geben, die nur von einzelnen Benutzern verwendet werden, ist es manchmal sinnvoller diese auch auf einem lokalen Computer zu installieren.

Vorteile

  • Weltweiter Zugang zu jederzeit
  • Einfachere Wartung als bei einer dezentralen Lösung
  • Verschiedenste Client-Geräte und -Betriebssysteme möglich
  • Einfacher, einen standardisierten Arbeitsplatz einzurichten

Nachteile

  • Fällt der Terminal Server aus, hat niemand mehr Zugriff auf die Daten
  • Verwendete Programme müssen kompatibel sein mit dem Terminal Server
  • Besonders grafikintensive Programme, wie CAD, sind noch nicht zufriedenstellend Terminal-Server-fähig
  • Bei einer Terminal Server-Lösung in der Cloud ist man von einer funktionierenden Internetverbindung abhängig
  • Auch Fremde können über das Internet versuchen sich auf dem Terminal Server anzumelden (mögliche Gegenmassnahme: 2-Faktor-Authentifizierung)