Mögazette 01/2026

«Ich empfehle den Jungen, sich bei ihrer Berufswahl viele Gedanken zu machen»

KI (Künstliche Intelligenz) ist in aller Munde. Vor kurzem hat Matt Shumer, CEO eines KI-Start-Ups, davor gewarnt, dass Künstliche Intelligenz in nächster Zukunft viele Bürojobs gefährden werde. Wir haben mit «JC» Hasler, Geschäftsführer Global System, über KI gesprochen.

Als Programmierer werde er nicht mehr gebraucht, weil KI seine Arbeit übernehme. Bald seien auch die nächsten Bürojobs dran. Matt Shumer ist CEO eines KI-Unternehmens und spricht in einem aktuellen Blogpost von einem Wendepunkt. Am 5. Februar 2026 seien neue KI-Modelle erschienen, welche Aufgaben selbständig planen, umsetzen, testen und verbessern – genauso wie erfahrene Mitarbeitende. Sein Fazit: Ein Grossteil der Bildschirmjobs werde in Zukunft durch diese neusten Entwicklungen in Gefahr sein. Kritiker wenden ein, dass Shumers Theorie KI überschätze. Auch Führungskräfte würden KI teilweise überschätzen und entsprechend «schlechte Entscheidungen fällen», meinen Kritiker.

Das Handwerk wird immer wichtiger

Was meint «JC» Hasler, CEO des Möhliner IT-Unternehmens «Global System», zum Thema? Im Allgemeinen schätzt Hasler KI einerseits als nützlich, aber auch als gefährlich ein. Er ist überzeugt: «Wenn man in Zukunft einen sicheren Job haben möchte, muss man einen lernen, bei welchem mit den Händen oder mit Menschen gearbeitet wird.» Und weiter: «Bei Handwerkern dauert es noch Jahrzehnte, bis sie durch KI ersetzt werden können. Auch Pflegejobs mit persönlichem Kontakt können nicht so einfach ersetzt werden.»

Viele Falschinformationen

Im Dezember 2025 hat das Departement des Innern (EDI) in einer Medienmitteilung veröffentlicht, dass im Jahr 2025 mehr als zwei von fünf Personen in der Schweiz Künstliche Intelligenz zur Erstellung von Inhalten wie Texten oder Bildern nutzten. Bei den 15- bis 24-Jährigen waren es sogar vier von fünf Personen. 58 Prozent der Bevölkerung gaben bei dieser Studie an, falsche oder fragwürdige Inhalte in den sozialen Medien angetroffen zu haben.

KI-Abfragen im Internet können falsche Ergebnisse zeigen, weil die zugrundeliegenden Daten fehlerhaft oder unvollständig sind. Was meint «JC» Hasler zu dieser Erkenntnis? Um Fehlerquellen zu minimieren, ist er überzeugt, dass KMUs in Zukunft eigene, interne KI-Modelle entwickeln werden. «Der Aufwand ist gross, eine interne KI mit Trainingsdaten zu füttern», führt er weiter aus. «Dafür antwortet die KI nur auf internen Daten und Erfahrungen, was viel nützlicher sein kann.»

«JC» Hasler sieht bei KI durchwegs auch positive Seiten, wenn sie richtig genutzt werde. Es ist ihm aber ein grosses Anliegen, jungen Menschen mit auf den Weg zu geben, keinesfalls davon auszugehen, dass Programmier-Jobs und weitere Tätigkeiten, die mit viel Bildschirmarbeit verbunden sind, eine sichere Zukunft haben. «Ich empfehle den Jungen, sich bei ihrer Berufswahl viele Gedanken zu machen», sagt «JC» Hasler.

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